Die Vereinschronik

Bis 1986 wurde angenommen, dass die Schützengesellschaft im Jahre 1897 mit 22 Schützen gegründet wurde. Ein Foto von Anfang 1900 mit Gründungsmitgliedern und ein hölzerner Humpen mit der Jahreszahl 1897, gestiftet vom Brauereibesitzer Josef Wust aus Wasserburg, dem Bierlieferanten der Tafernwirtschaft Obermaier in  Babensham, waren Anlass dazu.


Als aber dann 1986 bei den Vorbereitungsarbeiten für das 100-jährige Gründungsfest der Schützengesellschaft „Fröhlichkeit Griesstätt“  alte Zeitungen aus dem Besitz von Dr. L. Scheidacher aus Wasserburg durchgearbeitet wurden, machten die Griesstätter Schützenbrüder eine für uns erfreuliche Entdeckung. Im Wasserburger Anzeiger vom 30. Dezember 1893 wurde von einer am 28. Dezember 1893 stattgefundenen, gutbesuchten Christbaumfeier berichtet. Das mit einem Weihnachtsschießen verbunden Fest veranstaltete die Schützengesellschaft Babensham.


Seitdem galt 1893 als Gründungsjahr des Schützenvereins Babensham. Inzwischen ist aber auch diese Annahme veraltet. Im Jahr 2004 wurde bei Archivarbeiten der Gemeinde Babensham eine Vereinssatzung aus dem Jahr 1892 gefunden.


1914 wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges die Tätigkeit des Schützenvereins unterbrochen.


1919, nach Beendigung des Krieges versammelten sich die Schützen wieder beim Herbergswirt, um das Vereinsleben weiterzuführen.


Durch die Wirren der nationalsozialistischen Zeit und den Ausbruch des 2. Weltkrieges musste der Schützenverein 1936 erneut seine Tätigkeit einstellen.

Erst am 21. Dezember 1950 konnten die Babenshamer Schützen den Schießbetrieb wieder aufnehmen.

Nachdem es Anfang der 60er Jahre um den Verein stiller wurde, fassten am 27. Oktober 1964 die noch verbliebenen 17 Mitglieder den Beschluss, Neuwahlen durchzuführen um das Vereinsleben wieder zu beleben. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 5,00 DM festgelegt, wovon 4,00 DM dem Gau Wasserburg/Haag abgeführt werden mussten. In diesem Jahr schuf sich der Schützenverein einen 2. Schießstand und einen neuen Zimmerstutzen an. Mit Schreiben vom 29. Dezember 1964 erhielt der Schützenverein vom Landratsamt Wasserburg die Erlaubnis zur Errichtung und zum Betrieb der Schießanlage. Geschossen wurde im Gasthof Brunnlechner vom Gastzimmer in das Nebenzimmer.


Das besondere Ereignis im Jahre 1967 war die Anschaffung der Schützenkette. Durch die großzügige Spende von Silbertalern durch die Mitglieder erreichte sie bereits einen Silberwert von ca. 1.500,00 DM. Erster Schützenkönig wurde Paul Hohenadler sen.


In der Saison 1973/1974 wurde erstmals der vereinsinterne Wanderpokal ausgeschossen. Gleichzeitig wurde in diesem Jahr auch das erste vereinseigene Luftgewehr (Marke Diana) erstanden. Mittlerweile zählte der Verein wieder 39 aktive Mitglieder.


Der 7. April 1979 war der Startschuß zum Bau des neuen Schießstandes im Speicher des Gasthof´s Brunnlechner. Anfang Mai wurde der Dachboden ausgeräumt, der Boden ausgeschalt und am 15. Mai war der Estrich fertig. Die weiteren Arbeiten, wie Türen setzen, verlegen des Bodens, Isolierungsarbeiten, usw. gingen ebenfalls zügig voran. Bereits am 18. Oktober 1979 war Hebfeier. 30 freiwillige Helfer trugen in ca. 650 Arbeitsstunden zum Gelingen des neuen Standes mit 5 Zugständen bei. Am 25. Oktober 1979 konnte, nachdem die Erlaubnis des Landratsamtes vorlag, der Schießbetrieb beginnen. 3 vereinseigene Luftgewehre, sowie eine Luftpistole standen den Schützen zur Verfügung.


1981 wurde das 1. Gemeindepokalschießen durchgeführt. Den von der Gemeinde gestifteten Pokal gewann der Schützenverein Babensham.


Im Jahre 1982 erhielt der Verein ein eigenes Vereinswappen, welches das Gemeindewappen in der Mitte einer Schießscheibe mit zwei Gewehren zeigt.


1983 erhielt der Verein seine eigene Satzung, gleichzeitig erteilte das Landratsam Rosenheim dem Schützenverein Babensham die Gemeinnützigkeit. Am 12. Februar 1987 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister, dadurch wurde eine weitere Satzungsänderung notwendig.


Durch den Entschluss der Herbergswirtin 1988, einen neuen Gasthof mit Hotelbetrieb zu bauen, ergab sich für uns die Möglichkeit einen 2. Schießstand im Keller zu integrieren.


In der Jahreshauptversammlung 1989 fiel der einstimmige Beschluss zum Bau des neuen Schießstandes. Im November desselben Jahres wurde mit den ersten Arbeiten begonnen. Insgesamt trugen 38 Vereinsmitglieder zum guten Gelingen bei. Bereits im September 1990 konnte der neue Schießstand mit 7 Zugständen fertiggestellt werden. Die Einweihung erfolgte am 07.10.1990 durch H.H. Pfarrer Schneller.


Um auch den Jungschützen einen zusätzlichen Anreiz am Schießsport zu geben, spendete 1991 der amtierende Schützenkönig Wolfgang Joas eine Jugendkette.


Nach den Vorstandswahlen 1991 fiel die Entscheidung aus Anlaß zum 100-jährigen Gründungsfest  1993, dass der Verein eine eigene Fahne erhalten soll. Diese wurde am 27. Juni 1993 geweiht.


Im Jahr 1996 war der Schützenverein Babensham erstmals Ausrichter des Gauschießens des Gaus Wasserburg-Haag. Auf 22 Schießständen, verteilt auf 3 Ebenen des Gasthauses Brunnlechner, durften wir 965 Schützen begrüßen.


Nach 23-jähriger Amtszeit übergab der 1. Schützenmeister Sepp Kirchbuchner die Geschicke des Vereins im Jahr 2005 an Kurt Huber.


Durch die idealen Voraussetzungen in der von der Gemeinde Babensham zur Verfügung gestellten Turnhalle, konnte der Schützenverein Babensham im Jahr 2009 das 55. Gauschießen im Schützengau Wasserburg-Haag mit vollem Erfolg ausrichten. Auf 24 installierten Schießständen beteiligten sich 1.025 Schützen an 10 Tagen an diesem Preißschießen.


Schnell wurde klar, das sich die Zeit der Schützen und Schützenvereine verändert hat. Schießkleidung und Ausstattung, auch der Schießmodus in den höheren Wettkampfklassen. Was nun die Babenshamer Schützen spürten, da ihre erste Mannschaft damals in der Bayernliga ihre Wettkämpfe austrug und hier 11 Schießstände nötig sind. Auch von dem Image der Kellervereine wollte man weg um auch die Jugend für den Schießsport zu begeistern, was bisher in Babensham kein Problem war.      


In der Jahreshauptversammlung im April 2010 wurden die Mitglieder von den Planungen eines neuen Schützenheimes informiert. Da war noch ein komplettes Heim als Neubau im Mehrgenerationengarten der Gemeinde im Gespräch. Der Plan wurde verworfen, weil diese Schießanlage mit den kalkulierten Kosten nicht realisierbar gewesen wäre.


Im Herbst 2010 tat sich dann eine neue Möglichkeit auf, da die Gemeinde Babensham die ehemalige  Kleiderfabrik von Emil Fiedler kaufte. Der Schützenverein nahm das Angebot an, sich im diesem Gebäude eine Schießanlage zu bauen. So wurde dann wieder geplant und im Sommer 2011 begannen dann endlich die Bauarbeiten im ehem. Auslieferungslager der Firma Fiedler. In über 4000 Arbeitsstunden wurde dann eine moderne und sehr hochwertig ausgestattete Anlage gefertigt, wo die Schützen fast alles in Eigenregie erbrachten. Auch die Kosten waren überschaubar, da der Verein über Eigenkapital verfügte und auch das sehr gute Wirtschaftliche Jahr 2012 trug ihren Teil dazu bei, denn Sponsoren und Mäzen ließen sich nicht lange bitten und auch die Zuschüsse kamen pünktlich. Somit konnte der Schützenverein eine Anlage, mit einem Wert von einer knappen halben Million Euro mit geringen Schulden selber schultern ohne die Gemeinde zu belasten.   


Im September 2012 veranstalteten die Schützen ein Abschiedsschießen im Gasthof Brunnlechner und übergaben Johann Brunnlechner eine Schützenscheibe aus Dank für die jahrelange gute Zusammenarbeit.


Eine Woche später am 5. Oktober 2012 war das Anfangsschießen schon in der neuen Anlage und alles voll funktionsfähig. Eine Punktlandung war geschafft.


Man darf gespannt sein, was die Babenshamer Schützen als nächstes vorhaben....